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Alt- und Totholz: Spiele und Aktivitäten

Spiel: Die tote Eiche lebt

Inhalt: Spielerische Darstellung des Lebensraumes Totholz

  • Absicht: Bedeutung von Totholz vermitteln
  • Art der Aktivität: spielerisch, demonstrativ
  • Teilnehmerzahl: bis 30 Personen
  • Teilnehmeralter: ab 6 Jahre
  • Zeit: ca. 20 Minuten
  • Material: Schnur und 10 Bilder mit Totholzbewohnern (s. u.)
  • Vorbereitung: Karten vorbereiten (Bilder ausschneiden und auf Karton kleben)
  • Äußere Bedingungen: -

Ablauf:

  • 10 freiwillige Mitspieler erhalten je eine Karte mit der Abbildung von jeweils einem der folgenden Totholzbewohner:
    • Schwarzspecht
    • Hohltaube
    • Buntspecht
    • Fledermaus
    • Sperlingskauz
    • Haselmaus
    • Hornissen
    • Baumschwamm
    • Hirschkäfer
    • Eichenbock
  • Die 10 Mitspieler bilden einen Kreis.
  • Ein weiterer Mitspieler, der die Eiche spielt, stellt sich in die Mitte des Kreises.
  • Dann beginnen Sie, mit der Schnur einen Stern zu knüpfen, der die Zusammenhänge im Lebensraum Totholz und die Bedeutung von Totholz im Wald darstellen soll.
  • Sie beginnen dabei bei der "toten" Eiche, die das Schnurende mit der Hand fest hält und spannen die Schnur dann zum ersten Mitspieler und wieder zurück zur Eiche. Anschließend wird die Schnur zum nächsten Mitspieler gespannt und wieder zurück zur Eiche gegeben (usw.).
  • Es wird folgende Reihenfolge vorgeschlagen:
    • An der alten Eiche klopft ein Schwarzspecht und meißelt sich in tagelanger Arbeit eine Höhle.
    • Die jungen Spechte sind flügge und verlassen die Höhle. Im nächsten Jahr zieht eine Hohltaube ein; sie kann selber keine Höhlen bauen und ist auf den Schwarz specht als Zimmermann angewiesen.
    • Beim Brüten wird die Hohltaube immer wieder von einem Buntspecht gestört, der ein paar Meter weiter oben einziehen möchte.
    • Verlassene Buntspechthöhlen werden gerne vom Sperlingskauz, von Fledermäusen oder von der Haselmaus bewohnt.
    • Auch Hornissen oder Bienen bauen in Spechthöhlen gerne ihre Wabennester.
    • Im Laufe der Jahre wird die Eiche immer morscher. Schichtpilze siedeln sich an und beginnen, das Holz zu zersetzen.
    • Jetzt fühlen sich der seltene Hirschkäfer und der Eichenbock besonders wohl, denn sie können in der verrottenden Eiche ihre Eier zur Fortpflanzung ablegen.
  • Zum Abschluss kann der entstehende Stern als Symbol für die Zusammenhänge und die Bedeutung von Totholz auf den Boden gelegt werden.
  • Zeit für Fragen und Diskussion am Ende des Spiels.

Vertiefungsmöglichkeiten

  • Zersetzung, Humus- und Bodenbildung, Bodenlebewesen, Nährstoffkreislauf
  • Totholz in der forstlichen Praxis, mögliche Gefahren (Verkehrssicherung).

Zusatzinformationen

  • Von den in Bayern vorkommenden Totholzkäfern stehen 60 % auf der Roten Liste; bei den Totholzpilzen sind etwa 25 % in ihrem Bestand gefährdet. Auch viele höhlenbrütende Vögel (Hohltauben, Dreizehenspecht, Weißrückenspecht, Sperlingskauz, Steinkauz, Rauhfußkauz, Mittelspecht) sind in ihrem Bestand gefährdet.
  • "Mit einer Kombination von verschieden großen Waldreservaten, in denen jede Nutzung ruht (Nationalparke, Naturwaldreservate und Waldnaturschutzgebiete) sowie einer naturnahen Forstwirtschaft auf der Gesamtfläche kann ein höherer Totholzanteil im Wald ermöglicht werden. Für den Wirtschaftswald erscheint eine langfristige Steigerung des Totholzanteils von derzeit 1 bis 3 fm/ha auf 5 bis 10 fm/ha (das sind 1 bis 2 % des Vorrates) möglich und vertretbar. Wichtig ist, dass dabei jeweils die Hälfte des toten Holzes in stehender Form und als Starkholz (mit Durchmessern über 20 cm) anfällt. Obwohl auch Fichtentotholz rund 300 Arten Lebensraum bietet, sind bei der Belassung von totem Fichtenholz im Bestand Forstschutzgesichtspunke (jahreszeitlicher Anfall) zu beachten. Auch Weichlaubhölzer als Mischbaumarten und nicht sanierte Alleen können zur Erhöhung des Totholzanteils beitragen. Für die Umsetzung ist wichtig, dass dem Waldbesucher die Bedeutung toten Holzes im Wald verständlich gemacht werden kann." (Ulrich Ammer).

Literaturhinweise

AMMER, U.; Forstwissenschaftliches Zentralblatt, Jahrgang 110, Heft 2, Paul Parey, München Mai 1991.

BAYER. STAATSMINISTERIUM FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN; Broschüre und Faltblatt "Naturnahe Forstwirtschaft", München 1996.

BAYER. STAATSMINISTERIUM FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN; Broschüre "Naturwaldreservate in Bayern", München 1993.

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