Der Boden lebt: Spiele und Aktivitäten
Spiel: Den Bodentieren auf der Spur
Inhalt: Entdecken der Bodenlebewelt durch Aussieben und Betrachten im Vergrößerungsglas
- Absicht: die Aussage "Der Boden lebt" soll vor Augen geführt werden
- Art der Aktivität: forschend, aktiv, erstaunend
- Teilnehmerzahl: bis 30 Personen (wenn möglich in Gruppen aufgeteilt)
- Teilnehmeralter: ab 6 Jahre
- Zeit: ca. 1 Stunde
- Material: Sieb (Maschenweite 3mm), weißes Laken
je Gruppe: Becherlupe, Pinsel, Filmdose, Insektenstaubsauger, Bestimmungstafel, ggf. Bestimmungsbücher - Vorbereitung: Bestimmungstafeln kopieren und mit Folie versiegeln
- Äußere Bedingungen: kein Regen, kein Schnee oder Frost
Ablauf:
- Auswahl eines Standortes mit nicht zu trockenem Boden.
- Aufteilung - wenn möglich - in Arbeitsgruppen von vier bis sechs Personen.
- Ausstattung jeder Arbeitsgruppe mit vollständigem Material.
- Anleitung der Gruppen: Waldboden wird durch Sieb auf weißes Laken gestreut.
- Tiere mit Pinsel oder Insektenstaubsauger zunächst in Filmdose oder Becherlupe geben.
- Sodann Beobachtung der gesammelten Tiere mit Becherlupe oder (sofern vorhanden) Binokular, dabei Tiere nicht zu lange direkter Sonneneinstrahlung aussetzen.
- Bodentiere nach Experiment an Entnahmestelle zurückbringen (auch das kleinste Bodentier hat seine Bedeutung, d. h. es sollte sorgfältig behandelt und unversehrt in die Freiheit entlassen werden).
Vertiefungsmöglichkeiten:
- Bestimmung der Bodentiere anhand Bestimmungstafel und/oder Bestimmungsbüchern.
- Funktion der Bodentiere.
Variation
- Kann sehr gut auch in einen Walderlebnistag eingebaut werden.
Hinweis
- Das Einfangen mit dem Insektenstaubsauger reduziert das Verletzungsrisiko für die Tiere. Insektenstaubsauger können nach Anleitung selbst hergestellt werden.
Zusatzinformationen
- Bodenlebewelt in 1 m2 Waldboden (Durchschnittswerte für einen Bodenblock von 1 m2 Oberfläche und 30 cm Tiefe):

aus: Karl Daumer (Hrsg.) u. a., bsv Biologie 8 G, Bayerischer Schulbuch-Verlag, München 1982, S. 71.
- Eine Hand voll humose Walderde enthält ungefähr so viele Lebewesen wie Menschen auf der Erde leben. Diese Bodenlebewesen zersetzen auf einer etwa fußballfeldgroßen Fläche im Buchenwald jährlich 25 Mio. Blätter, das sind rd. drei bis vier Tonnen Laub!
- Auf einem Waldboden in der Größe etwa eines Fußballfeldes leben eine Tonne Regenwürmer, was dem Gewicht und der Pflugkraft von zwei Ochsen entspricht.
- Die Individuenzahlen - z. B. von Regenwürmern - schwanken je nach Bodenart, pH-Wert und aufstockendem Bestand sehr stark. In krautschichtarmen Wäldern auf sauren Böden ist ihre Dichte gering, während kalkhaltige Standorte mit Mullböden hohe Dichten aufweisen. Die bodenphysikalischen und -chemischen Lebensbedingungen sowie der Wasserhaushalt spielen die wesentlichste Rolle.
Literaturhinweis
CHINERY, M.; Parey's Buch der Insekten, Parey Verlag, Berlin 1987.
Stationen: Wald - Bäume
Stationen: Wald - Themen
Alt-und Totholz

