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Waldlabyrinth

Ich wollt' dich längst schon wieder seh'n,
mein alter Freund aus Kindertagen,
Ich hatte manches dir zu sagen
und wusste du wirst es versteh'n.

Als kleines Mädchen kam ich schon
zu dir mit all den Kindersorgen,
ich fühlte mich bei dir geborgen
und aller Kummer flog davon.

Hab ich in deinen Armen geweint,
strichst du mit deinen grünen Blättern,
mir übers Haar mein alter Freund.

nach Doris Nevjedov
Das Labyrinth ist ein uraltes Symbol für den Lebensfaden, der zur eigenen Mitte führt. Das Zentrum bildet stets einen Ort der Umkehr, der Wandlung und des Neubeginns. In mehreren Kulturen der Antike (Griechenland, Rom, altes Amerika) sind solche Darstellungen zu finden.
Auch viele unserer Märchen sind nach ähnlichen Gesichtspunkten aufgebaut. Die verschlungenen Entwicklungswege ihrer Heldinnen und Helden führen dabei oft in den Wald.
Deshalb lohnt es sich in der Mitte dieses Waldlabyrinths zu verweilen, über ein Märchen nachzudenken oder es zu erzählen.

Beispiele:

Das Waldlabyrinth ist dem "kretischen Typ" nachempfunden. Den Eingang bildet ein Trichter aus Weidengeflecht, der in einen Tunnel übergeht. Es führt über sieben Umgänge zum Mittelpunkt: eine Baumgruppe mit Rundbank, eingerahmt von alten Lärchen. Die Abgrenzung zwischen den Wegschlingen bildet eine Hecke aus verschiedenen Gehölzarten.


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