Station: Den Waldtieren auf der Spur

An dieser Station geht es um verschiedene Säugetiere des Waldes, ihre Fährtenbilder sowie ihre Sprungkraft. Im Zentrum steht eine Weitsprunggrube mit Sand.

Am Rand veranschaulichen Klapptafeln mit den Namen der jeweiligen Tiere deren Sprungvermögen. Wer will, kann sich so unmittelbar mit den Tieren im Springen messen.

Das umgebende Waldbild, aus großen Buchen und Eichen, ist bei der ersten und bei der letzten Themenstation ähnlich. Der Bestand am Schlusspunkt ist jedoch viel lichter. Üppige Naturverjüngung unter majestätischen Altbäumen beschert dem Waldspaziergang einen heiteren hoffnungsvollen Ausklang.

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{tab=Hintergrundwissen}

Fraßspuren

Die vielfältigen Fraßspuren an Waldpflanzen, einschließlich ihrer Wurzeln, und an getöteten Tieren, geben Aufschluss über Tierarten im Wald.

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Fraßspuren im Wurzelbereich

An den Wurzeln von Waldpflanzen nagen die erdbewohnenden Scher- und Erdmäuse. Direkt über dem Boden nagen Feldhasen, Wildkaninchen, verschiedene Mäusearten und der wieder heimische Biber an der Rinde von Bäumen und Sträuchern.

Fraßspuren im Stammbereich

Bis in 2 m Höhe schält das Rotwild die Rinde von Waldbäumen. Unter der Rinde leben die Borkenkäfer und bohren Fraßgänge. Bockkäfer und Holzwespen leben im Holz.

Die Rötelmäuse nagen die Rinde an Ästen und Zweigen, wobei sie meist in Astgabeln beginnen. Nagespuren von Eichhörnchen, Siebenschläfern sowie Hack- und Ringelspuren von Spechten lassen sich am ganzen Baum finden.

Fraßspuren an Früchten

An den Früchten von Waldbäumen und -sträuchern verraten charakteristische Fraßspuren häufig den Täter. Einige Vogelarten wie die Amseln interessieren sich nur für das Fruchtfleisch, andere wie die Kernbeißer nur die Kerne. Mit etwas Übung lassen sich an den Schalenresten z. B. von Haselnüssen und Eicheln die Verursacher feststellen. Während Eichhörnchen, Buche, Wald- und Rötelmäuse die Schalen aufnagen, sprengen die Spechte und Häher sie mit gezielten Schnabelhieben.

Fraßspuren an Zapfen von Nadelbäumen lassen ebenfalls Rückschlüsse auf die Verursacher zu. So pflücken Spechte und Eichhörnchen regelrecht die Zapfen vom Baum, während der Fichtenkreuzschnabel sie hängen lässt.

Fraßspuren an Blättern und Zweigen

An Blättern und Zweigen fressen Insekten wie Miniermotten, Wollläuse, Gallmücken, Gallwespen und Galläuse. Reh- und Rotwild fressen im Winter die Knospen von jungen Bäumen und Sträuchern.

Fraßspuren von gerissenen Tieren

Wenn Tiere von anderen Tieren gefressen werden, bleiben typische Reste zurück, je nachdem ob Habicht, Wanderfalke, Fuchs oder Marder das Tier gerissen haben. Tagaktive Greifvögel (z. B. Falken, Habicht) lassen sich von nachtaktiven Greifvögeln (z. B. Eulen, Käuze) durch das Gewölle unterscheiden. Gewölle sind harte, unverdauliche Nahrungsbestandteile, die von den Greifvögeln wieder ausgespieen werden. Auch Ameisenhaufen werden von anderen Tieren z. B. Grünspecht, Fuchs, Dachs und Wildschweinen auf der Suche nach Nahrung durchwühlt.

Fraßspuren im Stamm- und Wurzelbereich

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Fraßspuren an Früchten

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Fraßspuren an Früchten

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Fraßspuren an gerissenen Tieren

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Fraßspuren an Ameisenhaufen

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Tierspuren im Schnee bzw. auf dem Waldboden

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{tab=Spiele und Aktivitäten}

Spiel: Tieren auf der Spur

Inhalt: Tierspuren suchen im Wald.

  • Absicht: Wahrnehmung dafür schärfen, dass Tiere ihren Lebensraum verändern und Spuren hinterlassen
  • Art der Aktivität: beobachtend, den Sehsinn fördernd
  • Teilnehmerzahl: bis 12 Personen evtl. die Gruppe teilen
  • Teilnehmeralter: ab 4 Jahre
  • Zeit: ca. 30 Minuten
  • Material: siehe Anlage 1
  • Vorbereitung: Auslegen des Materials an typischen, geeigneten Stellen, entlang einer vorher ausgesuchten Strecke im Wald, evtl. für 2 Gruppen getrennt.
  • Äußere Bedingungen: nicht zu nass

Ablauf:

  • Die Gruppe wird aufgefordert, entlang einer vorher "präparierten" Strecke auf möglichst viele Tierspuren zu achten und diese, wenn möglich, einzusammeln und mitzunehmen.
  • An einem geeigneten Ort werden dann im Gespräch die Spuren auch mit Hilfe von Bestimmungsbüchern bestimmt.

Variation:

  • Es wird keine Strecke durchwandert, sondern in einem abgegrenzten Gebiet sind die Spuren zu suchen.

Hinweise:

  • Die Teilnehmer sollen erkennen, dass mit Tierspuren nicht nur Trittspuren gemeint sind, sondern auch alle anderen Formen wie Fraßspuren, Kot, Teile von Tieren und Behausungen.
  • Der Weg sollte so gewählt werden, dass bereits viele Spuren zu finden sind und nicht zu viele ausgelegt werden müssen.
  • Bei der Bestimmung der Tierspuren sollte sich der Betreuer soweit als möglich zurückhalten und auf die Beantwortung von Fragen beschränken. Nebenbei hat er Gelegenheit, auch einige Besonderheiten zu erklären, die beim Sammeln der Spuren nicht gleich ins Auge fallen.

Mögliche Tierspuren:

  • ein grüner Teppich aus abgebissenen Jahrestrieben (Eichhörnchen)
  • Baum mit Hackspuren des Schwarzspechts stehender, toter Baum mit Buntspecht-Fraßspuren (Bedeutung des Totholzes)
  • Federn von verschiedenen, am jeweiligen Ort heimischen Vogelarten
  • Fichtenzapfen, von der Waldmaus benagt Fichtenzapfen, vom Fichtenkreuzschnabel bearbeitet
  • Fichtenzapfen, vom Eichhörnchen benagt
  • Fichtenzapfen, vom Buntspecht bearbeitet Knochen von Waldtieren, z. B. Schädel eines Rehes
  • Abwurfstange vom Reh und Rothirsch
  • Kot vom Hasen, Reh und Rothirsch
  • verbissene Gehölze
  • Rinde mit Borkenkäferfraßspuren
  • Bruthöhle eines Buntspechts (Bedeutung für Höhlenbrüter)
  • halb offener Bau der Rossameise in einem Baum
  • Gewölle und Federn verschiedener Käuze

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